Archiv für die Kategorie ‘fremdgeschrieben’

Kommentar in der Financial Times

Dienstag, 10. Juli 2012

Paul Welfens schrieb kürzlich in der Financial Times, wie Mut zu Reformen und Eurobonds das Schlimmste in der Euro-Zone verhindern können. Ausgerechnet Eurobonds, denen die Kanzlerin neulich eine deutliche Absage erklärte „Solange ich lebe!“.
Paul Welfens, der bereits mehrfach vom Finanzausschuss des Bundestages angehört wurde, hält Euro-Anleihen für ein sinnvolles Instrument, das den Realzins verringert, was wiederum zu höheren Investition und mehr Wachstum und Beschäftigung führt. Die Einführung sollte durch die EZB oder durch eine Euro-Regierung im Rahmen einer Politischen Euro-Union stattfinden.

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Hans Stimmann über André Kirchners Bildband und Architektur in Berlin

Dienstag, 21. Februar 2012

Dr. Hans Stimmann, Architekt, Stadtplaner und ehemaliger Senatsbaudirektor Berlins, hat sich in besonderer Weise über André Kirchners Bildband Schauplatz Berlin und die städtebaulichen Veränderungen Berlins geäußert. Weil wir seinen Kommentar aufschlussreich in beiden Zusammenhängen finden, veröffentlichen wir ihn hier:

Berlin – besonders im Zentrum sprichwörtlich immer im Werden – produziert, als sei die Stadt ein modisches Konsumprodukt, in kürzesten Abständen immer wieder neue Stadtbilder. Kein Wunder, dass die Stadt seit langem ein Eldorado ist für Fotografen mit Blick auf die sich veränderten Stadträume mit immer wieder neuen Durchblicken, Brüchen und Ansichten.

1987 Blick von West- nach Ost-Berlin, Mauer
und Magnetschwebebahn

Um einen Eindruck vom jeweils aktuellsten Bild der Stadt zu gewinnen, wählen die Fotografen üblicherweise einen Zeitabschnitt. Also das „neue Berlin“, „Berlin im Abriss“, „Berlin im Werden“, das „neue Gesicht Berlins“, „Berlin im Wiederaufbau“, „Berlin 1960-1970“ etc..
Wer die jeweilige dramatische Veränderung im Bild der Stadt – Kriegszerstörungen, Wiederaufbau, Mauerbau, Mauerfall, Aufbau – nachvollziehen wollte, musste sich im Abstand von wenigen Jahren das allerneueste Berlin in Buchform gönnen.
Eine andere Methode, sich die dramatischen Veränderungen zu vergegenwärtigen, ist der Vergleich weit auseinanderliegender Zeiträume, also z. B. der Potsdamer Platz: 1900 – 1930 – 1945 – 1965 – 1989 – heute.

1990 Potsdamer Platz vom Todesstreifen aus gesehen

Andre Kirchner konfrontiert uns in seinem Buch „Schauplatz Berlin“ noch mit einer anderen Sichtweise auf Berlin. Er zeigt uns am Beispiel von sieben innerstädtischen Orten, die jeder zu kennen glaubt, – Pariser Platz, Potsdamer Platz, Friedrichstraße, etc. –  eindrucksvolle Fotos aus verschiedenen Serien gut zwei Jahrzehnte nach dem Fall der Mauer. Sie machen den dramatischen Prozess des Werdens „Der neuen Mitte“ sichtbar. Im Vordergrund stehen nicht der Blick auf alte oder neue Architektur, sondern die Übergänge, Abrisse, das Nebeneinander von Alt und Neu urbaner Orte.

2006 Blick in Gegenrichtung, Bahnhof Potsdamer
Platz mit Rodelbahn

Für jüngere oder neue Berliner geben die Collagen oft Rätsel auf. Um sie entschlüsseln zu können, gibt es einen Planausschnitt mit der Eintragung der Blickrichtung des Fotografen. Nur mit dieser Hilfe findet man z. B.  die Erklärung für das Foto mit der M-Bahn als Vorwendeausdruck der allerneuesten Technologie des Personentransports, mit dem man zum Konzert in die Philharmonie fahren konnte.

2011 Leipziger Platz, Blick zur Leipziger Straße

Leser, die schon vor dem Mauerfall in Berlin lebten, klappen das Buch nachdenklich geworden zu. Man hat seine Stadt wie in Theaterbildern an sich vorbeiziehen sehen.
Wozu andere europäische Städte in ihrem historischen Zentrum für den Bilderwechsel hunderte von Jahren brauchen, das erledigt Berlin –  und das zum wiederholten Male – in zwei Jahrzehnten.

Fotos: André Kirchner
Text: Dr. Hans Stimmann

 

 

Peter Sprong für DIE WELT

Dienstag, 08. November 2011

Vor einiger Zeit bat die Redaktion der KarriereWelt Peter Sprong um einen Beitrag der erläutert, warum gute Rhetorik schon vor dem Karrierestart hilfreich ist und was man von Rednern wie Barack Obama oder Peer Steinbrück lernen kann:

„Zwölf Augenpaare blicken gespannt nach vorne. Die jungen Bachelor-Studenten und -Studentinnen treibt eine stille Hoffnung, eine verführerische Phantasie über das, was sie in den nächsten Wochen im Rhetorik-Seminar erwartet. Aus ihrer Sicht geht es um die Einweihung in eine Art Geheimwissenschaft oder Zauberkunst, die unentbehrlich zu sein scheint für das, was sie wollen: den beruflichen Erfolg.

„Klar, Fachwissen ist natürlich wichtig. Aber entscheidend ist doch, wie man es verkauft“, sagt eine Studentin bei der Vorstellungsrunde. Und so oder ähnlich äußern sich viele. Ganz von selbst fallen all jene Begriffe, die seit jeher mit der Rhetorik verbunden sind: Der „Schlüssel zur Macht“, das „wichtigste Verkaufsinstrument“, ein „Mittel der Verhaltenssteuerung“ sei die Rhetorik. Und auch auf die Schattenseiten dieser Eigenschaften kommt die Runde zu sprechen, auf „Beeinflussung der Massen“, „Machtmissbruch“ und „Manipulation.“

Damit liegt alles auf dem Tisch, was die Beschäftigung mit Rhetorik, gerade auch für junge Erwachsene, die am Beginn ihrer Karriere stehen, so anziehend und zugleich so verdächtig macht: Rhetorik – ein wenig erinnert sie an ein gesetzlich verbotenes Doping-Mittel. Sie ermöglicht zuweilen echte Spitzen-Ergebnisse, aber ihr Einsatz ist nur hinter vorgehaltener Hand möglich und eigentlich ist sie schädlich. „Gut reden – das möchte ich. Aber darf ich das überhaupt?“ So lautet die unausgesprochene und oft auch uneingestandene Frage.“

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Peter Sprong kommentiert regelmäßig öffentliche Reden in seinem eigenen Blog.

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